The Journal: Perspectives on Materiality and Form
Willkommen in meinem digitalen Archiv. Hier dokumentiere ich den Dialog zwischen Prozess und Ergebnis. Dieses Journal dient als Fenster in mein Atelier – von der ersten Skizze bis zur vollendeten Serie. Es ist ein Raum für theoretische Reflexionen über zeitgenössische Kunst, Materialforschung und die Geschichten hinter meinen Werken. Begleiten Sie mich bei der Dekonstruktion des Sichtbaren.
Das Schweigen der Leinwand
Zwischen Isolation und Offenbarung
Es gibt einen spezifischen Moment im Atelier, kurz bevor der Pinsel die Oberfläche berührt, in dem die Zeit stillzustehen scheint. In diesem Raum, umgeben von halbfertigen Visionen und dem Geruch von Ölfarben, bin ich nicht einfach nur ein Maler – ich bin ein Suchender. Das Alleinsein im Atelier ist kein einfacher Zustand; es ist eine bewusste Entscheidung für die Konfrontation mit sich selbst.

Die Stille als Echo Oft wird die Isolation als Einsamkeit missverstanden, doch für mich ist sie der notwendige Filter. Im Alltag prasseln Meinungen, Trends und Erwartungen ungefiltert auf uns ein. Erst hier, zwischen den vier Wänden meines Arbeitsraums, verstummt das äußere Rauschen. Aber diese Stille ist tückisch. Sie ist nicht leer; sie ist gefüllt mit den Fragen, denen man sonst gerne ausweicht. „Ist das gut genug? Ist das wahrhaftig? Oder ist es nur ein Echo dessen, was bereits existiert?“
Der Kampf um die freie Entfaltung Die größte Hürde ist nicht die Technik. Es ist der unsichtbare Ballast, den wir mit uns herumtragen: Die Schwierigkeit, sich wirklich frei zu entfalten. Wir leben in einer Welt der Referenzen. Alles scheint schon einmal gedacht, gefühlt oder gemalt worden zu sein. Sich davon freizumachen und Kunst wirklich „frei“ zu erfinden, gleicht einem Akt der Rebellion. Es bedeutet, die Angst vor dem Scheitern und – was noch schwieriger ist – die Angst vor dem Urteil anderer abzulegen.
Freiheit in der Kunst bedeutet oft, das eigene Ego beiseitezuschieben und zuzulassen, dass das Bild sich selbst malt. Es ist ein Paradoxon: Man braucht Disziplin, um den Raum zu schaffen, aber totale Hingabe, um die Kontrolle in genau dem Moment abzugeben, in dem das Werk es verlangt.
Motivation aus dem Widerstand Meine Motivation entspringt oft genau diesem Widerstand. Die Schwierigkeit, eine Idee aus dem Nichts zu greifen und ihr eine physische Form zu geben, ist ein erschöpfender, aber zutiefst befriedigender Prozess. Jedes neue Gemälde ist ein Versuch, die Grenze zwischen der inneren Welt und der äußeren Realität ein Stück weiter zu verschieben.






