The Journal: Perspectives on Materiality and Form
Willkommen in meinem digitalen Archiv. Hier dokumentiere ich den Dialog zwischen Prozess und Ergebnis. Dieses Journal dient als Fenster in mein Atelier – von der ersten Skizze bis zur vollendeten Serie. Es ist ein Raum für theoretische Reflexionen über zeitgenössische Kunst, Materialforschung und die Geschichten hinter meinen Werken. Begleiten Sie mich bei der Dekonstruktion des Sichtbaren.
Die hohle Pracht - Eine Analyse der Gegenwart
Der Anachronismus als Spiegel der Dekadenz
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Reine textliche Erzählung über mein aktuell in arbeit befindliches Werk "SCHWAN". Da das Gemälde Teil der nächsten Ausstellung wird, ist es noch nicht öffentlich zu sehen.
Dies ist vorerst nur über den Bereich "Collectors Lounge" oder einen Besuch in meinem Atelier möglich.
Das Barockschloss und die Renaissance-Umgebung fungieren hier nicht nur als Kulisse, sondern als Chiffren für historische Macht und exklusiven Reichtum. Inmitten dieser Ewigkeit wirkt der Schwan wie ein Fremdkörper. Während der Schwan in der Kunstgeschichte – man denke an Leda und der Schwan – für göttliche Erotik oder unantastbare Reinheit steht, wird er hier profanisiert.
Das Material bricht die Würde der Szene radikal: Ein Schwan aus Leder (einem schweren Luxusgut) in der Form eines aufblasbaren Pool-Spielzeugs (einem modernen Wegwerfprodukt). Dies deutet darauf hin, dass unser moderner Luxus oft nur eine „aufgeblasene“ Kopie alter Pracht ist – materiell zwar teuer, aber inhaltlich so flüchtig wie die Luft im Inneren des Objekts.
Isolation, die „Bubble“ und der Filter der Institutionen
Die Frau treibt entspannt im Wasser, physisch und metaphorisch isoliert vom Boden des Schlosses. Dies symbolisiert die Entfremdung einer Elite, die sich in einer geschützten, künstlichen Umgebung bewegt, während die reale Welt draußen bleibt. Es ist die visuelle Entsprechung der Generation Sozial Media : Eine Inszenierung vor historischer Kulisse, die nach Tiefe strebt, aber nur Oberfläche konsumiert.
Diese Isolation spiegelt sich auch in der aktuellen Galerienlandschaft wider. Oft agieren diese Institutionen wie die Mauern dieses Schlosses: Sie bevorzugen das „Internationale“ und das „Globale“, weil es den Glanz der weiten Welt verspricht und als sichereres Investment gilt. Dabei wird das Lokale oft als zu profan oder nicht „glamourös“ genug ignoriert. Der lokale Künstler wird in seinem eigenen Umfeld zum Geist, während die Galerien lieber in der globalen Bubble aus Trends und Namen schweben, die austauschbar geworden sind – genau wie das aufblasbare Tier im Pool.
Vergänglichkeit vs. Stillstand: Die Fragilität des Marktes
Während die Renaissance nach ewigen Wahrheiten und perfekten Proportionen suchte, ist das aufblasbare Objekt das Symbol des Provisorischen. Ein kleiner Piekser genügt, und die gesamte Pracht entweicht.
Dies stellt eine fundamentale Frage an unseren heutigen Lebensstil und den Kunstbetrieb: Ist dieser Fokus auf internationale Hypes und die ständige Neuerfindung des Luxus nachhaltig? Oder „schwimmen“ wir – und mit uns die Galerien – nur auf einer dünnen Haut aus Luft über den Ruinen einer Vergangenheit, deren Fundamente wir zwar als Bühne nutzen, aber nicht mehr verstehen?







